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Retargeting im Onlineshop: Funktionsweise und Anbieter im Vergleich

Von Redaktion Web Labels Veröffentlicht am Aktualisiert am

Illustration zum Beitrag: Retargeting erreicht gezielt einzelne Besucher

Dieser Beitrag erschien am 04.12.2019. Gesetze, Preise und Software ändern sich, prüfen Sie Details deshalb vor einer Entscheidung.

Retargeting spielt Besuchern, die Ihren Onlineshop ohne Kauf verlassen haben, auf anderen Websites gezielt Werbung für Ihren Shop aus. So setzen Sie Werbebudget dort ein, wo bereits Interesse besteht. In diesem Beitrag erfahren Sie, wie Retargeting technisch funktioniert, welche Anbieter es gibt und welche Lösung zu welcher Shop-Größe passt.

Was bedeutet Retargeting und wie funktioniert es?

Für jeden Betreiber eines Onlineshops stellt sich die Frage, wie er sein Werbebudget am besten einsetzt. Es gibt inzwischen sehr viele Möglichkeiten, sinnvolle, aber auch Fässer ohne Boden mit einem katastrophalen ROI (Return on Investment). Viel hilft in Sachen Online-Werbung also nicht unbedingt viel.

Retargeting, häufig auch Remarketing genannt, ist eine Form der Online-Werbung. Der Unterschied zu „normalen“ Online-Ads: Die Werbebanner werden nicht grob anhand einer Zielgruppe oder ganz ohne Daten geschaltet, sondern auf Grundlage dessen, dass der Kunde einen Shop bereits einmal besucht hat. Für diesen Shop bekommt der Nutzer dann zugeschnittene Werbung auf anderen Plattformen ausgespielt. Der Gedanke dahinter: Besucher, die sich im Shop umgeschaut, aber nichts gekauft haben, sollen durch Anzeigen auf externen Seiten doch noch zu Käufern werden. Denn lediglich drei bis vier Prozent der Besucher von Onlineshops kaufen direkt. Die große Mehrheit verlässt die Seite ohne Kauf. Retargeting (wörtlich „wiederzielen“, passender wäre vielleicht „zurückleiten“) heißt also, Besucher, die den eigenen Shop schon kennen, mit gezielter Werbung zurückzuholen.

Für wen lohnt sich Retargeting? Grundsätzlich für jede Art von Onlineshop. Auch andere Websites können davon profitieren, aber vor allem im E-Commerce ist es inzwischen ein fast unverzichtbares Mittel, um den ROI zu steigern. Ein wichtiges Stichwort ist Brand Awareness, also Markenbekanntheit. Schaut sich ein Nutzer nur kurz in einem Onlineshop um, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass er ihn bald wieder vergisst. Wiederholte Werbeeinblendungen dieses Shops sorgen dafür, dass die Marke im Gedächtnis bleibt. Das ist der erste Schritt zur Kundenbindung, und deshalb ist Retargeting für Onlineshops so interessant.

Technisch funktioniert Retargeting über Cookies, die im Browser des Besuchers gespeichert werden. Sie halten unter anderem fest, welche Produkte sich der Nutzer angesehen hat und ob er sie gekauft hat. Anhand dieser Informationen werden auf externen Seiten passende Anzeigen zu den Artikeln oder Dienstleistungen geschaltet. Das Prinzip ist simpel, die Umsetzung unterscheidet sich je nach Anbieter aber deutlich. Wir haben einige Anbieter und Plattformen verglichen, damit Sie einschätzen können, welcher Service welche Vorteile hat und welcher für Sie infrage kommt.

Google Ads Agentur Criteo AdRoll releva.nz
Fachliches Know-how nicht nötig X ✓ X X ✓
Automatische Einrichtung X ✓ X ✓ ✓
Starke Performance X ✓ X ✓ ✓
Funktioniert als Plugin X X X X ✓
Facebook-Bespielung möglich ✓ ✓ ✓ ✓ X

Tabelle: Die Retargeting-Anbieter im Überblick

Die Umsetzungsmöglichkeiten von Retargeting

Es gibt viele Wege, Retargeting für den eigenen Onlineshop umzusetzen. Wir stellen hier eine Auswahl vor, die aus unserer Sicht am sinnvollsten ist. Eine allgemeingültig optimale Plattform gibt es allerdings nicht, weil jeder Onlineshop anders ist. Größe, technische Vorkenntnisse der Betreiber und Werbebudget gehören zu den Faktoren, die bestimmen, welche Art von Retargeting passt.

Beim Online-Marketing führt kaum ein Weg an Google vorbei. Die Suchmaschine bietet über Google Ads mehrere Formen von Retargeting bzw. Remarketing an:

  • Standard-Retargeting: Im Displaynetzwerk werden vorher festgelegte, statische Anzeigen von Ihnen geschaltet, nachdem ein Nutzer Ihre Website besucht hat.
  • Dynamisches Retargeting: Die Werbung richtet sich danach, welche Produkte sich der Besucher zuvor angesehen hat.
  • Retargeting-Listen für Suchnetzwerk-Anzeigen: Hat sich ein Nutzer auf Ihrer Website ein Produkt angesehen und sucht später über Google genau danach, wird automatisch eine passende Anzeige von Ihnen ausgespielt.
  • Video-Retargeting: Wenn Sie einen YouTube-Kanal haben, werden passende Anzeigen im Displaynetzwerk auch dann geschaltet, wenn sich ein Nutzer zuvor ein Video auf Ihrem Kanal angesehen hat.
  • Retargeting mit Kundenlisten: Sie laden eine Liste mit Kontaktdaten Ihrer Kunden hoch, für die dann gezielt Anzeigen ausgeliefert werden.

Google Ads bietet also viele Varianten. Für die korrekte Umsetzung braucht es aber recht viel technisches Know-how. Eigene Grafiken für die Anzeigen sind möglich, aber technisch aufwendig und zeitintensiv. Die Standard-Designs der Anzeigen performen nach unserer Erfahrung nicht besonders gut. Außerdem rechnet Google Ads auf CPC-Basis (Cost per Click) ab, jeder Klick auf die Anzeige kostet also. Im Vergleich zu CPM-Modellen (Cost per Mille), bei denen pro tausend Impressionen abgerechnet wird, führt das zu höheren Kosten.

Online-Marketing-Agenturen

Ohne das nötige Know-how lassen sich manuelle Retargeting-Lösungen wie Google Ads nicht ohne Weiteres einrichten. Sie können sich natürlich selbst intensiv damit beschäftigen, das kostet aber viel Zeit und Arbeit. Die naheliegende Lösung ist eine Agentur. Gute Online-Marketing-Agenturen bieten Retargeting-Kampagnen an, die sich im Idealfall einzeln oder im Paket buchen lassen. Der Vorteil: Sie müssen sich um nichts kümmern und überlassen die Arbeit Fachleuten. Der Nachteil: Eine Agentur verursacht Mehrkosten, die vor allem bei kleinen Onlineshops schnell das Budget sprengen. Für Onlineshops und Dienstleister ab einer gewissen Größe ist die Betreuung durch eine Agentur dagegen kaum verzichtbar. Wie wir Kampagnen aufsetzen, lesen Sie auf unserer Seite zum Performance Marketing.

Criteo

Criteo gehört zu den großen Anbietern im Online-Marketing und bietet Software für Retargeting an, die auch einige große Unternehmen nutzen. Der Schwerpunkt liegt auf dynamischem Retargeting mit Machine Learning. Die Software soll automatisch erkennen, wie sich Website-Besucher auf ihrer Customer Journey verhalten, um im richtigen Moment die passenden Anzeigen zu schalten. Zum Netzwerk, in dem die Anzeigen laufen können, gehören Facebook, Instagram und Google Ads. Die Performance hat sich als mittelmäßig erwiesen, und wie bei Google Ads erfolgt die Einrichtung manuell und ist technisch relativ anspruchsvoll. Außerdem kann es sein, dass Criteo Kunden mit zu niedrigem Werbebudget nicht annimmt.

AdRoll

Vor allem die Anbindung an bekannte E-Commerce-Plattformen wie Shopify und Marketing-Tools wie MailChimp macht AdRoll für Retargeting interessant. Auch die Verknüpfung mit Facebook und Google Ads funktioniert problemlos, und der ROI hat schon viele Kunden überzeugt. Dazu kommt ein guter Kundensupport. Das flexible Pricing ist nicht besonders günstig, aber insgesamt fair. Wenn Sie das nötige Hintergrundwissen haben und genau wissen, was Sie wollen, ist AdRoll eine gute Wahl.

releva.nz

Relativ neu unter den Anbietern ist releva.nz. Das junge Unternehmen hat ein Plugin auf den Markt gebracht, das automatisch Anzeigen nach dem Retargeting-Prinzip schaltet. Einmal aktiviert, braucht es keine komplizierte Einrichtung oder Betreuung. Sie können also auch ohne Hintergrundwissen mit diesem vergleichsweise günstigen Plugin arbeiten. Überraschend war in unserem Vergleich die gute Performance: Beim ROI und bei Reichweite, Klicks und Conversions hielt nur das deutlich teurere AdRoll mit.

Junge mit Hantel als Sinnbild für die Wirkung von Retargeting

Fazit: Größe und Know-how entscheiden

Richtig eingesetzt, kann Retargeting vor allem für Onlineshops die Gesamtperformance verbessern. Das Angebot an Retargeting-Lösungen ist allerdings groß, und die eine perfekte Lösung für alle gibt es nicht. Je nach Ausgangslage sind manche Angebote den anderen aber überlegen.

Große Onlineshops

Bei großen Onlineshops ab einem Werbebudget von circa 8.000 Euro monatlich und mindestens 100.000 Nutzern im Monat empfehlen wir die Zusammenarbeit mit einer Online-Marketing-Agentur. In dieser Größenordnung sollten Sie Retargeting Fachleuten überlassen, die sich bis ins Detail auskennen und Ihnen die Arbeit abnehmen.

Bei vorhandenem Know-how

Wenn Sie oder Ihre Mitarbeiter sich mit Retargeting bereits auskennen, bietet sich AdRoll als Partner an. Kommunikation und Performance haben uns überzeugt.

Kleine und mittelgroße Onlineshops ohne Know-how

Ohne Hintergrundwissen wird die Zusammenarbeit mit Anbietern wie Criteo oder AdRoll schnell zu komplex und verursacht unnötige Kosten. Wenn Sie sich möglichst wenig mit dem Thema beschäftigen und kein Geld für eine Agentur ausgeben möchten, passt releva.nz. Durch die vollautomatische Funktionsweise und die gute Performance im Vergleich ist das Plugin für viele kleine und mittelgroße Onlineshops eine sinnvolle Lösung.

Am Ende kommt es darauf an, was Sie erreichen möchten, wo Sie heute stehen und wohin Sie wollen. Auf dieser Grundlage entscheiden Sie in Ruhe, welches Tool, welche Plattform oder Agentur Sie für Ihr Retargeting wählen.

Mehr zum Anbieter finden Sie auf der Website von releva.nz.

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